Der Prozessgestalter - Martin Berghofer im Portrait

„Die Bundeswehr hat sich durch die Arbeit der BWI erheblich verändert“, sagt Martin Berghofer. „So stark haben wir die Prozesse und Services im Laufe der Jahre strukturiert und neu geregelt.“ Der Senior-Fachreferent aus der Service Delivery der BWI IT weiß, wovon er spricht – begleitet er den Leistungsverbund doch bereits seit der Vertragsgestaltung. Auch heute gestaltet er mit: nämlich das Konzept für die künftige Bundeswehr-Cloud.
Martin Berghofer

Ausgerechnet im Urlaub merkt man Martin Berghofer an, warum er genau der Richtige ist für seinen Job. Statt Pauschaltourismus sind bei ihm Rucksacktouren angesagt – mal durch Sri Lanka, mal durch Vietnam. Das ist nichts für jeden. Man muss offen sein, pragmatisch, und neuen Herausforderungen gespannt und enthusiastisch gegenübertreten. Eigenschaften, die der 55-Jährige an seinem Arbeitsplatz in Meckenheim jeden Tag braucht.

Im Bereich IT-Service Management und Prozesse der BWI IT ist er so etwas wie ein Generalist. Im Gegensatz zu den Process Ownern ist er nicht für einen bestimmten Prozess zuständig, sondern übernimmt immer wieder neue Aufgaben: In einer Woche leitet er ein Delivery-Projekt, in der nächsten unterstützt er Kollegen dabei, Prozesse und Organisation an technische Veränderungen anzupassen.

Denn auch wenn die größte HERKULES-Aufgabe mit der Modernisierung der nichtmilitärischen Bundeswehr-IT abgeschlossen ist, stehen ständig Weiterentwicklungen an. „Es kommen immer Änderungsverlangen vom Kunden. An der einen Stelle soll Technik umgezogen werden, an einer anderen konsolidiert. Das ist schon ein sehr dynamisches Miteinander“, lacht Berghofer.

Von den ersten BWI-Schritten bis zur Cloud-Zukunft

Projekte wie der APC 2.0 Rollout – also der Wechsel auf Windows 10 – werden dazu über das sogenannte Service-Entwicklungs-Framework auf Basis von ITIL koordiniert und durchgeführt. Berghofer und Kollegen definieren darin präzise, worauf zu achten ist, um einen neuen Service zu erstellen oder einen bestehenden zu verändern. Welche Abteilung stimmt die Anforderungen mit dem Kunden ab? Welche Spezifikationen müssen festgelegt werden? Wie entsteht aus einem Lösungsvorschlag die konkrete Umsetzung? Das Framework gibt den Fahrplan vor.

„Alle Anforderungen zu berücksichtigen, ist bei uns schon sehr komplex“, sagt der ehemalige Mitarbeiter von Siemens Business Services. Zu Gute kommt ihm, dass er schon bei der HERKULES-Vertragsgestaltung mitwirkte und direkt im Anschluss die grundlegenden Prozesse des Leistungsverbundes mit definierte. Er kennt die Organisationsstrukturen quasi von der Pieke auf. Das hilft vor allem, weil sich Änderungen an einem Serviceprozess nur allzu leicht auf mehrere Abteilungen auswirken. Um diese Wechselwirkungen im Vorfeld zu erkennen, braucht es Erfahrung.

Aktuell arbeitet Berghofer neben diversen weiteren Projekten an einer IOCC-Studie unter Federführung von Markus Hauff aus dem Referat Innovationsmanagement. Hinter der Abkürzung verbirgt sich das „Interoperable Cloud-Computing“ oder vereinfacht gesagt: die künftige Private Cloud der Bundeswehr. Die funktionalen Anforderungen für diese Cloud haben die Streitkräfte vor einiger Zeit verabschiedet. Nun müssen sie in ein technisches Konzept überführt werden.

Martin Berghofer 2013 in Sri Lanka: Kurz durchatmen, dann geht’s weiter.
Auf Urlaubsreise durch Vietnam

Berghofer selbst hat dafür zunächst die bestehenden IT-Service-Managementsysteme ausgewertet und ihre Tauglichkeit für die Bw-Cloud evaluiert. Jetzt folgt die Entwicklung einer konkreten Roadmap. Parallel entwickelt das IOCC-Team einen „Demonstrator“, eine Art Test-Cloud, mit der sich erste Erfahrungen sammeln und Konzeptanpassungen ableiten lassen.

Immer die nächste Herausforderung im Blick

„Was mich an meinem Job motiviert, ist das Unberechenbare“, so Berghofer. „Es ist nie gleichförmig. Immer wieder werde ich mit Dingen konfrontiert, in die ich mich hineinarbeiten muss, die mich herausfordern.“ Egal, ob der zweifache Vater nun arbeitet oder mit den Skiern unterwegs ist. Ob er mit selbstgebauter Regenwasser- und Solaranlage die Energie für sein Haus selbst produziert oder ob er einfach nur in den Urlaub fährt: Bequemlichkeit heißt Stillstand, könnte ein Motto in Martin Berghofers Leben sein. „Und wer stillsteht“, so Berghofer, „kann nicht mitgestalten.“

Alle Fotos: (c) Martin Berghofer

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