Mit Hartnäckigkeit ans Ziel - Kathrin Baillieu im Portrait

Als besondere Karriere bezeichnet Kathrin Baillieu ihren Weg bei der BWI IT. Die studierte Kauffrau hat sich in einer Männerdomäne durchgesetzt – und führt im Bereich Entwicklung, Modellierung und Umsetzung von IT-Servicemanagement-Verfahren ein Team von 18 internen und externen Mitarbeitern. Ihr Erfolgsgeheimnis: Hartnäckigkeit.

Seit sechs Jahren arbeitet Kathrin Baillieu bei der BWI IT am Standort München. Zuvor hatte ihr damaliger Arbeitgeber Siemens sie an den IT-Dienstleister ausgeliehen – für das sogenannte SOSI-Projekt. Dessen Ziel war es, der Bundeswehr ein Bestellportal für ITK-Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Hier leitete Kathrin Baillieu ein Teilprojekt, in dem zusätzlich erforderliche Software-Systeme entwickelt, getestet und bereitgestellt wurden. Nach erfolgreichem Abschluss übernahm die BWI die Kauffrau. Für Kathrin Baillieu damals ein großer Schritt, denn sie wechselte aus dem ihr bekannten kaufmännischen Bereich – Vertrieb, Controlling, Portfoliomanagement – in einen für sie noch neuen technischen Bereich.

Die BWI betreut rund 140.000 Arbeitsplatzcomputer der Bundeswehr. Dass der Kunde am Ende den richtigen Computer mit der richtigen Software bekommt, dafür sorgt unter anderem die Fachgruppe Entwicklung, Modellierung und Umsetzung, kurz EMU, in der Delivery der BWI IT. „Mein Team kümmert sich darum, dass die verschiedenen Softwaresysteme über genau die Funktionalitäten verfügen, die die Bundeswehr und die BWI IT benötigen“, sagt Baillieu. Jede Änderung müsse ausgiebig getestet werden, damit bei einem Go-live nichts schiefgeht. Auch dafür ist das Team um Kathrin Baillieu verantwortlich.

Kathrin Baillieu und Mitarbeiter ihres Teams in München (v.l.n.r.): Achim Altmann, Daniel Esche, Michael Remmler, Nader Karimi Farsad und Thomas Starker (Quelle: BWI)

Teamplayer durch und durch

Die Ausdauer und den langen Atem, die dafür nötig sind, beweist die 48-Jährige auch in ihrer Freizeit: 2011 absolvierte sie erfolgreich den New-York-City-Marathon. „Ich hatte mir vorgenommen, einmal in meinem Leben einen Marathon zu laufen – und es musste der in New York sein“, erzählt die Wahl-Münchenerin. „Weil ich es über die Qualifikationszeiten nicht geschafft hätte, habe ich mich fleißig beworben und vor fünf Jahren hat es dann geklappt.“

Für die technische Seite hat sich Baillieu ganz bewusst entschieden: „Das Team, mit dem ich schon während des SOSI-Projekts so gut zusammengearbeitet hatte, war damals ohne Leitung. Also habe ich ‚Hier!‘ gerufen, als nach einem Fachgruppenleiter gesucht wurde.“ Inzwischen hat sie ein Team aus Entwicklern und Testkoordinatoren aufgebaut, Abläufe und Zuständigkeiten festgelegt. „Zu Beginn hat die Mitarbeiterführung zwischen 80 und 90 Prozent meiner Arbeitszeit eingenommen“, erzählt sie. „Seit gut zwei Jahren ist das Team eingespielt, jeder weiß, was seine Aufgaben sind. Jetzt kann ich mich stärker um die Zusammenarbeit mit den anderen Einheiten kümmern.“

Sprachrohr nach außen

„Die Anforderungen für jede Änderung am System erhalten wir von unseren vorgelagerten Einheiten“, erklärt die begeisterte Läuferin. „Hier kommt es darauf an, dass wir einheitlich kommunizieren und eng zusammenarbeiten. Denn wenn die Anforderungen bei meinen Mitarbeitern nicht richtig ankommen und wir etwas nicht korrekt entwickeln, bedeutet das am Ende einen großen Mehraufwand für alle Beteiligten.“

Doch genau diese Zusammenarbeit und Kommunikation mit anderen Abteilungen macht der Fachgruppenleiterin besonders viel Spaß: „Immer wieder das Gespräch zu suchen, ist essentiell für meine Arbeit. Wie oft kommt es vor, dass der Empfänger nicht versteht, was der Sender meinte. Das lässt sich nur im Dialog lösen.“ Auch wenn sie manchmal sehr hartnäckig sein muss, damit ihr Team die richtigen Rahmenbedingungen für seine Arbeit hat. „Ich bin das Sprachrohr meines Teams nach außen“, sagt sie.

Und wenn die Rahmenbedingungen stimmen, könnte Kathrin Baillieu auch noch ihr Lebensziel erreichen: an einem großen Triathlon teilnehmen. Dafür lief sie im vergangenen Jahr zusammen mit ihrem Mann den Nordseelauf über die Ostfriesischen Inseln und das Festland – 80 Kilometer an acht Tagen. Was für viele nach Anstrengung klingt, ist für Kathrin Baillieu Genuss: „Ich laufe ohne Uhr und ohne Pulsmesser, am liebsten in einer schönen Umgebung – einfach nur Genusslaufen.“

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